site
stats
Skip to main content

Bloß nicht stehen bleiben! Ein bißchen mehr geht immer, richtig?

Hand aufs Herz: du könntest sicherlich noch ein bißchen mehr leisten. Hab ich nicht recht? Zumindest könntest du doch noch…

  • etwas länger arbeiten
  • ein bißchen was am Wochenende dazu verdienen
  • für einen kleinen Moment öfters mal E-Mails checken
  • kurze Termine zum Ende der Arbeitszeit vereinbaren
  • dich weiterbilden, denn zumindest eine Online-Fortbildung geht sich doch bestimmt noch aus
  • ein paar mehr Ideen umsetzen
  • nichts tun

…äh, was?

Verzeihung, letztes muss wohl ein Tippfehler meinerseits gewesen sein. Wobei…
Wann hast du das letzte Mal wirklich Nichts getan?

Nicht, dass Nichts tun nichts Tun wäre.

Man tut doch etwas. Und wenn man es wirklich richtig macht, dann macht man das sogar sehr aktiv.
Doch wem gelingt’s? Nur wenigen.

Wir stehen auf und es geht los: wir wissen bereits, was wir schon in den kommenden 25 Minuten gemacht haben, wo wir dann sind und was wir tun. Wir wissen, mit wem wir uns um 10.30 Uhr treffen oder womit wir uns dann beschäftigen. Völlig klar, wann wir im Auto sitzen, wann wir telefonieren und wie unser Abendprogramm aussieht.

Wie sieht dein Tagesprogramm morgen aus?
Hast du auch mal Nichts vor? Ich meine, hast du dir mal so richtig vorgenommen, dir nichts vorzunehmen? Und tust es dann auch?

Im Alltag planen wir leider gnadenlos falsch.

Eigentlich müssten wir täglich 40% unserer geplanten Zeit extra für Zwischenfälle, für Hoppalas und fürs Leben eben einkalkulieren. Dann würden wir entspannt arbeiten leben. Ja, ertappt! Schon hier fragst du dich: „Was? Wie soll das denn gehen?“

Und jetzt setz‘ ich noch eins drauf: zu den 40%, in denen wir dann de facto ohnehin beschäftigt sind, weil das Leben immer etwas ungeplantes zu bieten hat und falls nicht, uns dennoch nicht langweilig wird, weil wir die Zeit, die wir dann zur Verfügung hätten, für jene Dinge verwenden würden, die wir schon seit Wochen auf die lange Bank schieben (und die erfahrungsgemäß langfristig häufig wichtiger sind, als jene, die wir täglich ausführen), kommen noch geplante Zeiten des Nichts-Tuns hinzu.

Eine Stunde nichts Tun oder Nichts tun. Was dir besser gefällt!

Und wenn es dir gelingt, mal eben eine Stunde Nichts zu tun, dir nichts vorzunehmen und einfach zu sein, dann wirst du staunen, was sich in diesem Nichts alles verbirgt. Es hält für dich Ressourcen und Ideen bereit, die nur kommen, wenn sie nicht zwanghaft erwartet werden. Hinter Nichts verbergen sich Konzentrationsflows, Glücksgefühle, Produktivitätsfeuerwerke und Vieles mehr.

Nichts-Tun gelingt nur, wenn du es wagst, nicht erwartest und genießt.

Wo wir stehen bleiben, haben wir die Chance Luft zu holen, die Aussicht zu genießen und zu erblicken, woher wir gekommen sind und welcher Ausblick sich vor uns auftut.


 

Zur Einstimmung für deinen Stillstand, beginne diese wundervolle Zeit doch mit dieser bezaubernden Geschichte, die man immer und immer wieder lesen kann:

Ein sehr kluger Professor mit zahlreichen hohen Auszeichnungen beschloss eines Tages, sein ohnehin schon umfangreiches Wissen nochmals zu erweitern. Er hatte, wie viele andere auch, gehört, dass die Zen-Mönche in ihren abgelegenen Klöstern oft über erstaunliche Kenntnisse und Weisheit verfügten. Sie verbrachten ihre Tage mit Meditation, dem studieren zahlreicher Schriften, dem Beobachten der Natur und natürlich mit Tee trinken.

Durch festgelegte Tagesabläufe verbrachten diese Mönche ihr ganzes Leben damit, alte Weisheiten zu lernen, darüber nachzudenken und schließlich ihre eigenen Erfahrungen damit zu verarbeiten. Wenn jemand also diesem hochgelehrten Professor noch etwas beibringen könnte, dann also nur ein Zen-Mönch.

Der Professor macht sich auf den Weg zu einem der abgelegenen Klöster. Ein weiter und oft auch beschwerlicher Weg führte ihn durch die Berge, aber die Erweiterung seines Wissens war ihm alle Anstrengungen wert. Als er schließlich angekommen war, fragte er nach dem ältesten und weisesten Mönch, der in diesem Kloster lebte. Man führte ihn zu dem Zen-Meister dieses Kloster und der Professor stellte sich höflich vor. Selbstverständlich versäumte er es nicht, stolz sämtliche seiner Titel und Auszeichnungen mit aufzuzählen. Schließlich war er sehr stolz darauf und er wollte auch nicht, dass der Zen-Meister ihrer beide Zeit mit Banalitäten verbrachte, die ihm ohnehin schon bekannt waren.

Der Mönch nickte seinem Gast höflich zu, bot ihm einen Platz an und fragt ihn, ob er eine Tasse Tee möchte. Der Professor nahm dankend an. Der weise Alte nahm die Teekanne und begann dem Professor einzugießen. Doch als die Tasse bereits voll war, stoppte er nicht etwa. Statt die Kanne wieder abzusetzen, goss er weiter ein. Der Tee lief bereits über die Tasse, über den ganzen Tisch und tropfe sogar auf den Boden.

Sehr überrascht, aber auch etwas ungehalten fuhr der Professor den Zen-Meister an: „So hört doch auf! Seht ihr denn nicht, dass die Tasse längst voll ist? Es passt nicht mehr Tee hinein!“ Da lächelte der Mönch sanft, stellte die Teekanne endlich wieder ab und erwiderte seinem Gast: „Genau wie diese Tasse seit auch ihr voll! Voll mit Wissen und Vorurteilen. Ihr müsst erst eure Tasse leeren, um etwas Neues zu lernen!“

…und wenn du dich fragst, wofür das gut ist, dann versuch es doch mal einfach.

Wenn jeder (Mit)Arbeiter täglich zumindest eine halbe Stunde in seiner Arbeitszeit aktiv Nichts tut, geht mehr vorwärts, als wenn er 8 Stunden passiv arbeitet. Das Gewissen allerdings ist mit letzterem einfacher zu beruhigen ;)

 

your choice – your decision!

Sabrina

Sabrina Koch

Sabrina ist Keynote-Speaker, Life- & BusinessCoach, Supervisorin und Kunsttherapeutin. Sie hat jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Menschen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen und wird im gesamten deutschsprachigen Raum gebucht. Manager und Unternehmer, aber auch Menschen in Krisen oder Jugendliche begleitet sie durch ihre motivierende Art mit Klarheit, Kreativität und Wertschätzung.

Leave a Reply